Restaurant Wisal

Instagram: @wisal_restaurant

Vorspeisen: 3–11 Euro
Hauptgerichte: 12–36 Euro

Hinweis: Alle Gerichte halal, kein Ausschank von Alkohol

Restaurantinhaber Weli zeigt die unterschiedliche Architektur von Türen der Autonomen Region der Uiguren Xinjiang, je nachdem, ob sie sich im wüstenähnlichen Süden (links) oder im grünen Norden (rechts) befinden.
Foto: Myriam Schäfer
Ausgabe: Juli - August - September 2026

Uigurische Küche im Restaurant Wisal

Wo Geschmackswelten sich verbinden

Seit Mitte Mai hat Untertürkheim ein uigurisches Restaurant, das Wisal. Zeit, ihm einen Besuch abzustatten und eine Kostprobe zu nehmen. Und soviel sei verraten: Es hat sich gelohnt!

Von Myriam Schäfer.

Weli empfängt mit einem Lächeln im Mitte Mai eröffneten uigurischen Restaurant Wisal. Er ist Inhaber des Restaurants, das noch Spuren des Vorbesitzers aufweist. Ein großes Schild verweist auf Sushi, das es hier davor gab und das es, neben uigurischen Gerichten, auch weiterhin gibt. Ansonsten verweisen Bilder an den Wänden und Gegenstände in Regalen auf die Kultur, die die Küche des neuen Gastgebers entscheidend prägt.

So lohnt sich zum Einstieg ein Rundgang durch das Restaurant, das in seiner Einrichtung dezent auf die uigurische Identität hinweist: Da ist das Bild der musizierenden Männer und Frauen mit uigurischen Instrumenten, das des gemeinsamen Tanzes, da hängen Kopfbedeckungen für Männer und Frauen. Oder die Fotografien der farblich so unterschiedlichen Architektur je nachdem, ob die Gebäude im grünen Norden oder im wüstenähnlichen Süden – offiziell der Autonomen Region der Uiguren Xinjiang im Nordwesten Chinas – stehen.

Der Inhaber dieses Restaurants, Weli, ist vor zehn Jahren zum Studieren nach Ägypten gegangen – und hat sich für einen dauerhaften Aufenthalt im Ausland entschieden. Nach seinem Aufenthalt in Ägypten studierte er einige Semester in der Türkei, in Deutschland ist er seit 2020. Und hier fängt seine Gastro-Geschichte an.

Weli hat alles ausprobiert: Pizzabäcker, Konditor, Kellner, Koch

Weli hat als Pizzabäcker, Konditor, Koch in einer Kantine und einem „echten deutschen Restaurant“ gearbeitet, bevor er gemeinsam mit uigurischen Freunden den Entschluss fasste, ein eigenes Restaurant zu eröffnen. Von dem ist er nun der Inhaber und Kellner, die anderen kochen. Und hier hat er in den Monaten vor der Übernahme noch gelernt, professionell Sushi zuzubereiten.

„Die uigurische Küche vereint viele Geschmacksrichtungen“, erzählt Weli nun, „da hier die zentralasiatische Küche auf die chinesische trifft.“ So sprechen die Gerichte auch Menschen mit den verschiedensten kulturellen und kulinarischen Hintergründen an.

In der Küche warten die uigurischen Nudeln „Laghmen“ auf ihre Weiterverwendung. Seit dem Morgen haben die Köche sie vorbereitet. Foto: Myriam Schäfer

In der Küche liegen schon die besonderen uigurischen Nudeln bereit: Laghmen, die in zahlreichen Gerichten charakteristisch sind und ein kulinarisches Erbe, deren Zubereitung von Generation zu Generation weitergegeben wird. Auch wir lassen sie uns später schmecken: gemischt mit mariniertem Rindfleisch, Paprika und einer besonderen Gewürzsoße – einmalig!

Doch zu Beginn dürfen wir Salate kosten: Sevze-Salat aus Karotten und Glasnudeln und den Asiatischen Kartoffelsalat. Beides leicht scharf und erfrischend, und ein Tipp: Wer sich für den Asiatischen Kartoffelsalat entscheidet, sollte den schwäbischen dabei auf alle Fälle nicht im Kopf haben. Darauf folgen Tawa Tügre, gebratene Dumplings mit einer wunderbar aromatischen Sauce. Und als zweites Hauptgericht Göschnan, einen knusprig gebackenen Teigfladen gefüllt mit Lammfleisch, Zwiebeln und Gewürzen. Zu all unseren Speisen begleitet uns Safrantee, der geschmacklich alles abzurunden scheint – und nochmal ganz besonders für die uigurische Küche steht.

Wir sind uns sicher: Wir kommen wieder ins Restaurant Wisal. Dessen Name als uigurische Bezeichnung eines romantischen Treffpunkts übersetzt werden kann. Warum dieser Name? Aus Hoffnung, dass auch diejenigen sich wiedersehen können, denen das Wiedersehen seit Jahren verwehrt bleibt.

Wir haben es uns schmecken lassen: Göschnan (Hintergrund) und Korima Laghmen (Vordergrund) mit Safrantee. Foto: Verena Ströbele