Tibet Küche
Arlbergstr. 30,
S-Untertürkheim
Tel. 07 11/74 57 28 05
tibetkueche@gmail.com
Öffnungszeiten:
Mo–Sa 11–14.30 Uhr und 16–22 Uhr
So und Feiertag: 13–21 Uhr
Momos: 7,50 oder 8,50 Euro
Nudelsuppe: 8,50 Euro
Rindfleisch mit Gemüse: 10,20 Euro
Beilagen: 2,50 bis 3,50 Euro
Dessert: 4,50 Euro
Erster Tibet-Imbiss in Stuttgart
Ein Hauch vom Himalaya
Nur ca. 25 Tibeter*innen leben in Stuttgart, in Baden-Württemberg sind es immerhin 50. Aber natürlich nicht nur für ihre Landsleute haben Ngawang Lobsang und ihre Schwester Yangchen Tsering den Sprung gewagt und einen kleinen Imbiss in Stuttgart-Untertürkheim, gleich neben dem S-Bahnhof eröffnet.
Die beiden Schwestern sind in den 1980er Jahren in Chatse in Tibet geboren. Nachdem der Vater wie sie sagen, „aus politischen Gründen gestorben ist“, gab ihre Mutter 2005 einem Fluchthelfer ihren ganzen Schmuck und schickte ihre beiden Töchter und eine Freundin über Nepal in die Fremde. Ngawang Lobsang erinnert sich: „Wir wurden in ein Flugzeug gesetzt und wussten nicht, in welchem Land auf der Welt wir ankommen würden.“ In Frankfurt wurden sie zuerst von einem unbekannten Mann in ein Hotel gebracht und später in eine Flüchtlingsunterkunft nach Gießen. Von dort ging es nach einigen Monaten in Karlsruhe nach Ludwigsburg. Sie bekamen jeden Monat 50 Euro, davon mussten sie 25 Euro an ihren Anwalt abgeben. Zudem bekamen sie Punktekarten, mit denen sie einmal in der Woche in einem Lebensmittelbus einkaufen konnten. Sie waren die allerersten Asylbewerber aus Tibet in Deutschland. Nach einem Jahr im Land wurde ihr Asylantrag genehmigt, sie konnten einen Sprachkurs machen und eine eigene Wohnung suchen.
„Wir sind so glücklich hier in Deutschland, wir sind frei, können alles tun, was wir wollen, über alles sprechen und überall hinreisen.“
Nach vielen verschiedenen Jobs als Kellnerin, Inventurhelferin oder Küchenhilfe in einem Kebabhaus beendeten beide vor kurzem ihre Ausbildungen als Kauffrau für Büromanagement und Einzelhandelskauffrau und bekamen gute Jobs in ihren Berufen: „Wir sind so glücklich hier in Deutschland, wir sind frei, können alles tun, was wir wollen, über alles sprechen und überall hinreisen.“ Die beiden Schwestern sind nach einer langen Reise und vielen Hindernissen zufrieden und froh in Stuttgart. Sie sind verheiratet mit Tibetern und haben drei Kinder zwischen 13 und fünf Jahren.
Und dann „stolperte“ Yangchen Tsering zufällig über einen leerstehenden Imbiss, der zur Vermietung stand und forderte die Schwester auf: „Komm, das machen wir, wir eröffnen den ersten tibetischen Imbiss in der Stadt.“ Dieser wurde am 1. Oktober eröffnet. „Im Buddhismus beten wir nicht für uns selbst, sondern für alle Lebewesen auf der Erde. Aber trotzdem essen wir in Tibet auch Fleisch, vor allem Lamm und Fleisch vom Yak, der in Hochasien verbreiteten Rinderart,“ erzählt Ngawang Lobsang. Die beiden Schwestern verwenden in ihrem Imbiss aber vorwiegend Fleisch von Rind und Huhn, das sie von einem türkischen Metzger beziehen, damit alles halal ist.
Nur aus Mehl und Wasser bereiten sie die tibetische Nationalspeise Momo, kleine Teigtaschen, die mit Fleisch oder Gemüse gefüllt, gedämpft oder auch frittiert werden. Im Imbiss gibt es viele verschiedene Momos, auch vegan, und eine spezielle süße Variante, „die wir von unserer Mama gelernt haben.“ Natürlich kann man hier auch den für die Himalayaregion berühmten Buttertee probieren. Schwarzer Tee wird in einem besonderen Gefäß mit Milch, Butter und Salz verrührt – ein interessantes Geschmackserlebnis für alle, die es noch nicht kennen.