Schinauri

Marbacher Str. 18, S-Zuffenhausen
Sa 15.00–23.00 Uhr
So 15.00–22.00 Uhr
Mo: Ruhetag
Di–Do 17.00–22.00 Uhr
Fr 17.00–23.00 Uhr
Salate: 10,90 €
Teigtaschen: 8,10 €
Grillgerichte: 13,90–14,90 €
Warme Gerichte: 13,90–14,90 €
Beilagen: € 4,90
Saucen: € 2,90
Desserts: € 5,90

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Chahohbili: Hähncheneintopf vom allerfeinsten mit 24 Stunden vor sich hingeschmurgelten Zwiebeln.
Foto: Foto: Andrea Wöhr
Ausgabe: Dezember 2025 – Januar 2026

Die Botschaft der georgischen Küche

Asien trifft Europa

Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen, Kultur anscheinend auch. Das wird im georgischen Restaurant Schinauri in Zuffenhausen so gelebt und vermittelt. Georgien, das kleine Land zwischen Schwarzem Meer und Kaukasus, hat nicht nur eine lange Weinbau-Tradition, sondern auch eine eigene, besonders feine Küche mit ausgewogenen Kräutermischungen und vielfältigen Zutaten aus Land und Meer.

Das Schinauri ist auf den ersten Eindruck hell und großzügig, mit viel Platz zwischen den bequemen Sitzmöbeln und Tischen. Freundlichst werden wir empfangen und sind trotz aller Vorbereitung auf die georgische Küche (Schlemmerparadies! Delikat!) bei der Auswahl überfordert.

Paata Balanchivadze und Lasha Mukbaniani vom Schinauri. Foto: Andrea Wöhr.

Nach Beratschlagung mit unserer sympathischen Tischfee bestellen wir aus jeder Rubrik, von Vorspeise bis Grillgericht. In Zweierpaaren kommen auf den Tisch: Salat aus Gurken, Tomaten, roten Zwiebeln, frischer Petersilie, Walnüssen und Gewürzen (Tbilisuri) sowie gebratene Kartoffelecken mit frischen Kräutern, Knoblauch und georgischen Gewürzen (Svanuri Kartopili); gegrilltes Putenfleisch mit feinen Zwiebelringen und Paprikasauce mit Tomaten und Gewürzen (Adjuka) nebst georgischem Brot (Puri); Teigtaschen mit Rinderhackfleisch (Kalakuri) und ein traditionelles Gericht aus Hähnchen, geschmort mit Tomaten, Zwiebeln und Gewürzen (Chahohbili), alles vom allerfeinsten. Besonders begeistert der Salat, dessen Sauce durch feingeriebene Walnüsse extrem sämig ist. Und der Hähncheneintopf, in dem eine Unmenge Zwiebeln wohl 24 Stunden vor sich hingeschmurgelt haben. Überhaupt gibt es zu fast allen Gerichten diese wunderbar feinen roten Zwiebeln. Convenience-Produkte scheint man eher vom Hörensagen zu kennen. Gerichte ohne Fleisch gibt es selbstverständlich auch.

Von den anderen Tischen ist zufriedene Unterhaltung zu hören. Der georgische Wein ist der Hammer, besonders der Saperavi-Rotwein. Über hundert verschiedene Traubensorten werden in Georgien angebaut, erzählt uns Lasha Mukbaniani, ehemals Diplomat und nun Botschafter in Sachen Gastronomie. Seit Mitte August bringt er im Shinauri Stuttgarter*innen Georgien und die georgische Küche, die er als Mischung aus Asien und Europa beschreibt, näher. Der Krieg brachte ihn und seine ukrainische Frau nach Stuttgart und uns das Schinauri – zu deutsch: „allen eine Heimat geben“.

Wer beim Namen Schinauri an die Musikband The Shin (die Georgien beim Eurovision Song Contest 2014 vertreten hat) denkt, liegt ebenfalls richtig: deren Gitarrist und Komponist Zaza Miminoshvili sitzt am Nebentisch und plant Auftritte mit seiner Ziryab-Akademie. Wiederkommen lohnt sich!