Orienteck

Hohenheimer Str. 25
S-Mitte
Tel. 0711 50 09 85 57
Öffnungszeiten:
9.30–22 Uhr

Preise:
Vorspeisen: 5,90 bis 11,90 Euro
Hauptgerichte: 10,90 bis 21,90 Euro
Desserts: 4,20 bis 6,20 Euro
Getränke: 2,20 bis 4,90 Euro

Knusprig von außen und zart innen: Falafelbällchen
Foto: Orienteck
Ausgabe: Juni 2026

Neu in Stuttgart: Restaurant Orienteck

Syrisch-libanesische Genüsse

Das Haus Nr. 25 an der Hohenheimer Straße ist ein markantes Gebäude von Anfang 1900 – ein typischer Stuttgarter Jugendstilbau. Im Erdgeschoss hat Anfang Mai ein neues Restaurant eröffnet: Das Orienteck präsentiert die syrisch-libanesische Variante arabischer Küchen.

Von Judith Wenk.

Es ist ein Restaurant, in dem man gerne eine Weile sitzen bleibt. Der Betreiber, Scheich Alhamid, hat die Räume vom früheren BiangHouse übernommen und mit bequemen Sesselchen ausgestattet. Die stabilen Holztische hat er übernommen und alles zurückhaltend-elegant gestaltet. Nicht zu eng und in unterschiedlichen Gruppengrößen kann man hier sehr entspannt speisen.

Die Räume in hellen Beigetönen erstrecken sich entlang der Hohenheimer Straße. Diese sieht man durch die Fenster, aber man hört sie nicht. Die Karte ist bisher noch übersichtlich, aber die essenziellen syrischen Gerichte gibt es. So zum Beispiel Kabsa: Gewürzter Reis mit geschmortem Lamm und einer Salatbeilage. Der Reis duftet und schmeckt einzigartig – er leuchtet gelb und ist mit einer Gewürzmischung gekocht. Das Lamm ist sanft geschmort und passt perfekt dazu. Falafel kennt man hier inzwischen schon lange, nicht zuletzt als vegane Eiweißquelle. Hier sind die Kichererbsenbällchen so knusprig von außen und zart innen, dass man am liebsten welche mit nach Hause nehmen würde. Hühnerfilet mit gerösteten Zwiebeln und einer Orangensoße ist schon ungewöhnlicher. Das Hummus ist perfekt cremig gerührt und alles ist mit Granatapfelsamen bestreut. Jeder Teller sieht aus wie gemalt.

Scheich Alhamid in seinem Restaurant. Foto: Orienteck

Scheich Alhamid kam 2015 gemeinsam mit seiner Schwester aus Syrien nach Stuttgart. Sie kamen aus Hama. „Das liegt ziemlich genau zwischen Damaskus und Aleppo, die Stadt ist ungefähr so groß wie Stuttgart.“  Scheich Alhamid spricht mittlerweile perfekt Deutsch, hat ein Studium in Heidelberg abgeschlossen und arbeitet derzeit noch zusätzlich in einer Logistikfirma. „In Syrien ist es normal, dass man mehrere Berufe hat. Mein Vater war Schulleiter. Ab 13 Uhr hatte er frei und hat etwas anderes gemacht. Denn Lehrer sind zwar respektiert, aber man verdient sehr wenig.“

Alhamid liegt die Qualität der Ausgangsprodukte im Orienteck sehr am Herzen, alles ist vor Ort gekocht. Halal ist selbstverständlich. Daher schenkt sein Lokal auch keinen Alkohol aus. Er erzählt: „Ab und zu fragen Gäste das nach, für die haben wir alkoholfreies Bier im Angebot, das kommt sehr gut an. Ayran ist eigentlich das passende Getränk zu allen Gerichten. Wir planen auch alkoholfreie Cocktails.“

Ihn reizte es, ein schönes Restaurant zu eröffnen und er steckt seine ganze Leidenschaft hinein. Welches Publikum ist bisher gekommen? „Eigentlich mehr Deutsche als Araber, vielleicht auch wegen der Lage. Und wir bekommen viel Anerkennung!“

In Zukunft soll es im Orienteck auch Frühstück geben, sowohl mit syrischen Komponenten als auch mit deutschem Brot und Marmeladen. Ab 12 Uhr mittags gibt es warmes Essen, vorher funktioniert es sehr gut als Café.