Matías Acosta: Mabelle. Ein Bilderbuch aus Uruguay

Aus dem Spanischen von Jochen Weber.
Baobab Books, 2025.
32 Seiten. Ab 5 Jahren.

Ausgabe: Dezember 2025 – Januar 2026

Matías Acosta: Mabelle. Ein Bilderbuch aus Uruguay

Eines Morgens vermisst Mabelle auf einer Wiese die Ringelblumen, und so radelt das Mädchen los, um ihre Leibblüten zu suchen. Das Bilderbuch des Südamerikaners Matías Acosta führt durch eine Landschaft, die sich schlichter kaum malen lässt. Zugleich strahlen die Wiesenhügel und Waldstreifen etwas Märchenhaftes aus. Leichthändig verbindet der Illustrator mit Wachspastellen und Gouache die Erdteile, einen Landstrich in Uruguay und jeden X-beliebigen Ort auf der Welt; die Natur und die Phantasie. Die sparsam gesetzten Textzeilen fungieren eher als Untertitel. Die Geschichte lebt nicht von Worten und überraschenden Wendungen, sondern vom Spiel mit Sonnenlicht und Wolkenschatten sowie den liebevollen Details: Ist das nicht das Nest eines Töpfervogels; schlummert auf dem gefällten Baumstamm etwa ein Ameisenbär?
Manchen Lesenden oder Vorlesenden wird die Spannung fehlen. Andere werden Mabelles Blumensuche als ein Gedicht sehen, das die Entdeckerlust von Jung und Alt weckt, indem es eine große Frage im Kleinen nahebringt: Wie lernen wir, mit dem Wandel in der Natur umzugehen?

Erschienen ist das Kinderbuch bei Baobab Books. Der Schweizer Verlag fördert die „Kulturelle Vielfalt in Kinder- und Jugendbüchern“. Neben seinem Hauptprogramm gibt er das Empfehlungsverzeichnis Kolibri heraus, in dem Neuerscheinungen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum berücksichtigt werden.