Iris Lemanczyk: Mariams Farben
Horlemann Verlag, 2025.
240 Seiten.
Für Jugendliche und Erwachsene.
Iris Lemanczyk: Mariams Farben
In Mariams Farben erzählt Iris Lemanczyk die beeindruckende Lebensgeschichte der armenischen Malerin Mariam Aslamazyan, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Sowjetunion lebte und arbeitete. Schon als Kind träumt Mariam – gemeinsam mit ihrer Schwester Yeran – davon, Malerin zu werden. Doch ihr Weg ist von Hindernissen geprägt: Weil ihr Vater ein wohlhabender Müller war, gilt die Familie in den Augen der Bolschewiken als Klassenfeind. Das Vermögen wird beschlagnahmt, und Mariams Weg zur Malerin gestaltet sich als steinig und voller Hindernisse.
Lemanczyk beschreibt Mariams Leben mit einer Mischung aus historischer Genauigkeit und poetischer Intensität. Die Autorin zeichnet das vielschichtige Porträt einer Frau, die trotz politischer Repression, gesellschaftlicher Erwartungen und persönlicher Rückschläge ihren Traum nicht aufgibt. Mariams Farben ist mehr als eine Künstlerbiografie: Es ist eine Geschichte über Mut, Ausdauer und künstlerische Freiheit in einer Zeit, in der individuelle Entfaltung kaum möglich war. Der Roman zeigt, wie Kunst zu einem Akt des Widerstands werden kann – und wie Mariam trotz der Vereinnahmung durch das sowjetische System ihre eigene Stimme bewahrt.
Iris Lemanczyk gelingt es, die Atmosphäre der Zeit lebendig werden zu lassen und den inneren Konflikt ihrer Protagonistin eindrucksvoll zu schildern. Ein fesselndes, inspirierendes Buch über eine außergewöhnliche Frau, die mit Farbe und Pinsel gegen die Zwänge ihrer Zeit anmalt.