Kunst trifft Menschenrechte

10. Juli–2. Oktober 2026
Stadtteilhaus Hallschlag, S-Bad Cannstatt
Veranstalter: Dudelsäckle e. V., Die AnStifter e. V.

Filmstill aus "199 Kleine Held*innen": Rania im Flüchtlingslager in Jordanien .
Foto: 199 Kleine Held'*innen
Ausgabe: Juli - August - September 2026

Interpretationen zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte

Kunst trifft Menschenrechte

Das Stadtteilhaus Hallschlag wird zum Ort eines ungewöhnlichen Kunstprojekts. Unter dem Titel Mein Name ist Mensch zeigen die Vereine Dudelsäckle e. V. und Die AnStifter e. V. eine Ausstellung, die sich auf besondere Weise mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UNO vom 10. Dezember 1948 auseinandersetzt. Zu sehen sind visuelle Interpretationen des Künstlers Jochen Stankowski zu den 30 Artikeln des Dokuments.

Zu sehen sind visuelle Interpretationen des Künstlers Jochen Stankowski zu den 30 Artikeln des Dokuments – und das bis zur Finissage am 2. Oktober 2026.

„Wir wollten die Menschenrechte aus dem rein juristischen Raum herausholen und für alle Menschen erlebbar machen“, sagen Uwe Rosentreter und Peter Hinderer, die Organisatoren der Ausstellung. „Jochen Stankowski schafft das, indem er jeden Artikel in eine reduzierte, visuelle Sprache übersetzt – das ist ein Angebot an die Sinne und zugleich eine Konzentration auf das Wesentliche.“

Stankowski selbst beschreibt seinen Ansatz so: Nicht jedes Bild lasse sich von jedem Betrachter gleich empfinden und entschlüsseln. Jeder Mensch bringe seine eigenen Assoziationen mit, geprägt von Kultur und Milieu. „Das Lesen eines Bildes ist individuell“, so der Künstler. Der Prozess des Betrachtens werde bestimmt durch die Größe der Formen oder die Intensität der Farben – „die Augen springen, suchen sich eine Reihenfolge, das Gefühl macht sich seine eigene Geschichte.“

Dass die Ausstellung gerade jetzt gezeigt wird, ist den Organisatoren zufolge kein Zufall, wie sie betonen: „In Zeiten, in denen Grundrechte weltweit unter Druck geraten, ist es wichtiger denn je, diese Werte sichtbar zu machen – mitten im Stadtteil, niedrigschwellig und offen für alle.“

Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen Rahmenprogramm: Filmvorführungen, eine Buchlesung bei der Fahrbibliothek im Römerkastell, Gespräche und Begegnungen, ein Rundgang entlang der Stolpersteine im Stadtteil sowie Führungen durch die Ausstellung „Mein weißer Blick“ in der Steigkirche. Ergänzt wird das Programm durch einen Workshop „Demokratie-Fitness“.