Klandestin
Deutschland 2024, 124 Minuten
Regie: Angelina Maccarone
Mit: Barbara Sukowa, Lambert Wilson, Banafshe Hourmazdi, Habib Adda, Katharina Schüttler
Start: 24. April 2025
Verleih: Farbfilm
Zeitpolitisches Panorama
Klandestin
Vier Menschen, vier Biografien: in Angelina Maccarones zeit- und gesellschaftspolitischem Thriller Klandestin kreuzen sich ihre Wege, teils unfreiwillig, teils ungeplant. Im Kern geht es um eine Haltung zur Frage von Einwanderung und das Verfolgen von Lebensträumen. Maccarone hat ihren Film in Kapitel unterteilt, in denen die Erzählung jeweils die Perspektive von einer der vier Figuren einnimmt. Im ersten gelingt es dem jungen Marokkaner Malik (Habib Adda), sich im Lieferwagen des britischen Künstlers Richard (Lambert Wilson) zwischen Gemälden zu verstecken und unerkannt nach Frankfurt zu gelangen, wo Richard zu einer Ausstellung eingeladen ist. Mathilda (Barbara Sukowa), eine Freundin des Künstlers, lässt sich breitschlagen und gewährt Malik Unterschlupf, wissend, dass dies sie als gegen illegale Einwanderung eintretende Europa-Politikerin in Schwierigkeiten bringen könnte. Ihre junge Assistentin Amina (Banafshe Hourmazdi), in Deutschland als Kind marokkanischer Eingewanderter aufgewachsen, kommentiert das Versteckspiel immer wieder mit kritischen Blicken.
Mit zur Spannung trägt bei, dass Videokameras im städtischen Raum Bilder von Malik festhalten und ihn mit Personen zeigen, die im Verdacht stehen, einen Terroranschlag verantwortet zu haben. Dabei geht es ihm um nicht mehr als schnell nach Berlin zu gelangen, wo er sich als Rapper verwirklichen will. In den Medien wird der Anschlag derweil zum Anlass genommen, über die Arbeit von Frontex und die Wirksamkeit von Pushbacks an den Grenzen zu debattieren. In der Begegnung zwischen der konservativen Europaabgeordneten Mathilda und Malik treten neben der offenkundigen Symbolik „altes Europa versus arabischer Frühling“ auch Grautöne zutage.
Durch die Verschiebung der Blickwinkel werden Geheimnisse, die die Figuren voreinander haben, nach und nach enthüllt, ihre Sehnsüchte offenbart, Vorurteile gegeneinander ausgespielt und wie in einem Puzzle zu einem vielschichtigen Gesamtbild zusammengefügt. Letztlich sind alle vier in ihrer Einsamkeit und Entwurzelung untergründig verbundener als sie ahnen. Angelina Maccarone, Tochter eines Italieners und einer Deutschen, entwirft ganz nebenbei auch ein Bild einer gespaltenen Gesellschaft und einer globalisierten Welt, in der scheinbar unverbundene Schicksale auf komplexe Weise miteinander verwoben sind. Niemand kann sich entziehen, alle sind gefordert, Stellung zu beziehen.