Fatoumata Diawara: Massa
Label: Nø Førmat!
Vertrieb: IDOL/Indigo
Fatoumata Diawara: Massa
Es gibt Künstlerinnen, die Traditionen bewahren. Und es gibt Fatoumata Diawara. Die in der Elfenbeinküste geborene und in Mali aufgewachsene Musikerin gehört zu jener seltenen Riege von Ausnahmekünstler*innen, die Traditionen nicht bloß verwalten, sondern sie lebendig in die Zukunft tragen. Mit Massa hat sie nun ein persönliches und auf ihrer kulturellen Identität basierendes Album veröffentlicht, das vor allem von ihren Liedern und ihrer Stimme lebt.
Diawaras Musik speist sich aus afrikanischen Überlieferungen, die sie mit Strömungen des westlichen Soul und Pop kreuzt. Das Ergebnis ist ein entspanntes Klanggebräu: Eine federnde akustische Gitarre, ein funkiger Bass und zurückhaltende Perkussion legen ein rhythmisches Fundament aus perlenden Karibik-Vibes. Gemeinsam mit ihrer Band hat die 44-Jährige so einen ganz eigenen Sound kultiviert – eine organische Fusion aus Afropop, intimen Balladen, Folk-Poesie, Soul und Funk, getragen von der Wassoulou-Tradition ihrer Heimat. Im Zentrum dieses Kosmos steht unbestreitbar ihre glasklare Stimme. Mit ihr zieht sie die Hörenden sofort in Bann – ein Sound, der zugänglich ist und gleichzeitig berührt. Dabei glänzt Diawara nicht nur mit eingängigen Melodien, sondern auch mit einer faszinierenden Vielstimmigkeit. Die Qualität ihrer Eigenkompositionen steht dabei den Werken ihrer großen Vorbilder wie Angélique Kidjo oder Zap Mama in nichts nach.
Während sie hierzulande noch oft als Geheimtipp gilt, wird Fatoumata Diawara in Westafrika und ihrer Wahlheimat Frankreich längst als eine der wichtigsten Stimmen des Kontinents gefeiert. Ihre eigentliche Kunst liegt darin, kulturelle Identität und musikalische Offenheit nicht als Gegensätze zu begreifen, sondern als die natürlichste Ergänzung der Welt.