A Sad and Beautiful World

(Originaltitel: Nujum al’amal w al’alam)
Libanon/Deutschland/USA 2025,
110 Minuten
Regie/Drehbuch: Cyril Aris
Mit: Mounia Akl, Hasan Akil, Julia Kassar
Start: 20. August 2026
Verleih: Neue Visionen

 

Szenenfoto aus "A Sad and Beautiful World"
Foto: Neue Visionen
Ausgabe: Juli - August - September 2026

A Sad and Beautiful World

Bleiben oder Auswandern

Will man in unsicheren Zeiten in einem immerfort von Kriegen gebeutelten Land bleiben oder sein Lebensglück nicht lieber anderswo suchen? Nino und Yasmina, beide in einem libanesischen Krankenhaus geboren, später zusammen in der Grundschule und wieder einige Jahre später dann ein Paar, stehen in A Sad and Beautiful World wiederholt vor dieser Frage.

Das sich zwischen Lachen und Weinen bewegende Liebesdrama des libanesischen Regisseurs und Drehbuchautors Cyril Aris erstreckt sich über mehr als drei Jahrzehnte. Es beginnt in unruhigen Zeiten in einem Krankenhaus, während unweit Massaker an der Bevölkerung verübt werden. Eingewoben in die Anfangssequenz ist auch die Information, dass der Libanon einstmals eingebunden war in ein Raketenprojekt – ein reales Ereignis. Aris‘ Parole „Behalte immer die Sterne im Auge“ kommt also nicht von ungefähr.

Nino führt das von seinen verunglückten Eltern geführte Restaurant Chez Nino weiter, ein Autocrash ins Schaufenster eines Beiruter Ladengeschäftes führt ihn wieder zusammen mit Grundschulfreundin Yasmina. In Rückblenden wird ihre Kindheitsbeziehung aufgefächert, das Geheimnis ihrer von Geburt an magischen – oder sollte man besser sagen: kosmischen – Verbindung erörtert. Der erwachsene Nino jedenfalls begegnet den Unwägbarkeiten des Lebens mit stets ordentlich Witz und ohne Scheu vor Chaos – für ihn die Antwort auf eine Welt, die aus den Fugen geraten ist. Yasmina hingegen wirkt desillusioniert und träumt von einem Neubeginn im Ausland – und sei es nur, wie bei vielen Landsleuten auch, der Zukunft der eigenen Kinder zuliebe. Bei seiner Weltpremiere bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig erhielt der von Überlebensgeist erzählende Liebesfilm den Publikumspreis.