Palästina 36
(Originaltitel: Palestine ’36)
Großbritannien, Frankreich, Dänemark, Katar, Saudi-Arabien, Jordanien 2025, 119 Minuten
Regie und Drehbuch: Annemarie Jacir
Mit: Karim Daoud Anaya, Yafa Bakri, Wardi Eilabouni, Ward Helou, Hiam Abbass, Jeremy Irons, Liam Cunningham
Start: 14. Mai 2026
Alamode Filmverleih
Palästina 36
Vom Beginn des arabischen Aufstandes
Zu Beginn der Dreißigerjahre ist durch den in Europa zunehmenden Antisemitismus die jüdische Bevölkerung in Palästina in wenigen Jahren von 170.000 auf fast 500.000 Menschen angewachsen. In Fabriken wurden Araber*innen keine Überstunden bezahlt, im schlimmsten Fall drohten gar Entlassungen. Während jüdische Betriebe politisch unterstützt und subventioniert wurden, überließ man die Bauern und Bäuerinnen ihrem Schicksal. Preisverfall und Missernten wiederum führten dazu, dass diese ihr Land verkaufen mussten und teilweise gar enteignet wurden, denn auch für neue Siedlungen brauchte es Platz. Und dann soll auch noch das alte osmanische System, welches den Besitz von Privatgrund regelte, durch ein neues Grundbuchsystem abgelöst werden.
Die amerikanisch-palästinensische Regisseurin Annemarie Jacir greift in ihrem Historienfilm die damaligen Ereignisse auf, indem sie mit dem in Jerusalem für einen Verleger als Chauffeur tätigen jungen Mann aus einem vor den Toren der Stadt gelegenen Dorf eine Figur erschuf, die sich Einblicke in die Lebenswelten sowohl der Landbevölkerung wie auch der Eliten hat – und der wie auch der Hafenarbeiter Khalid eines Tages am eigenen Leib erfahren muss, dass Besatzer und Siedler kein Pardon kennen, um ihre Interessen durchzusetzen. Auch ihm erscheinen Rebellion und gewaltsame Verteidigung der einzige Ausweg zu sein.
Anders als der Ende vergangenen Jahres auch beim Arabischen Filmfest in Stuttgart gezeigte Spielfilm Im Schatten des Orangenbaumes von Cherien Dabis, der die Entwicklung am Beispiel einer Familie über mehrere Generationen hinweg schilderte, konzentriert sich Annemarie Jacirs immer wieder auch auf historisches Bildmaterial zurückgreifender Spielfilm einzig auf den Ursprung des Konfliktes.