Wohin der Wind uns trägt
Tunesien/Frankreich 2025
96 Minuten
Regie und Drehbuch: Amel Guellaty
Mit: Eya Bellagha, Slim Baccar, Fatma Felhi, Maya Blouza, Firas Khoury u.a.
Start: 16. April 2026
KAIROS Filmverleih
Wohin der Wind uns trägt
Die Jugend träumt
Die Menschen in Tunesien haben aufgrund der politisch repressiven und wirtschaftlichen Verhältnisse in ihrem Land wenig zu lachen und dementsprechend eine ungewisse Zukunft vor sich. Teils sind sie es auch leid, über Politik reden zu müssen. Doch wie der Perspektivlosigkeit entfliehen? Als die rebellische Alyssa von einem Zeichenwettbewerb erfährt, der ein Stipendium in Berlin in Aussicht stellt, ermuntert sie den zeichnerisch begabten Mehdi, sich zu bewerben. Sie ist überzeugt: er wird gewinnen, sie ihn heiraten und begleiten – und so ein neues Leben beginnen.
Wenn’s doch so einfach wäre. Schon die Reise zur Vorausscheidung des Wettbewerbs von Tunis zur südlich gelegenen Insel Djerba erweist sich als holprig und ereignisreich. Zwar hat die findige Alyssa für jedes Problem schnell eine Lösung, doch oft löst diese schon das nächste Chaos aus. Der zurückhaltende Mehdi kann da stets nur hoffen, dass alles gut gehen wird.
Was gut zusammengeht in diesem charmant und mit komödiantischen Einsprengseln erzählten Roadmovie, ist, wie Regisseurin Amel Guellaty die Wirklichkeit mit märchenhaft surrealistischen Momenten vermischt – und so Hoffnungen und Ängste der jungen Generation sichtbar werden lässt, ohne hierbei allzu sehr auf die Depri-Schiene zu setzen. Die spielerische Leichtigkeit, mit der die Geschichte einer innigen Freundschaft, die hier mal keinen romantischen Background hat, in Verbindung mit seiner kreativen filmischen Umsetzung und untermalt von arabischer Indie-Musik tun ein Übriges, um von einer Generation zu erzählen, die das enttäuschende Erbe des Arabischen Frühlings mit Fantasie, Humor und Improvisationstalent antritt.