Calle Málaga – Ein Zuhause in Tanger

Spanien, Deutschland, Belgien, Marokko 2025, 116 Minuten
Regie und Drehbuch: Maryam Touzani
Mit: Carmen Maura, Marta Etura, Ahmed Boulane, María Alfonsa Rosso
Start: 26. März 2026
Verleih: Pandora Film

 

Foto: © Pandora Film
Ausgabe: März 2026

Calle Málaga – Ein Zuhause in Tanger

Schmelztiegel der Kulturen

Älterwerden ist kein Leichtes – auch nicht im spanischen Viertel von Tanger. Mit With, List und Herz kämpft in Mayam Touzanis preisgekröntem Film Calle Málaga – Ein Zuhause in Tanger die 79-jährige María Ángeles um ihr Zuhause.

María Ángeles soll ihre geliebte Wohnung verlassen und in ein spanischsprachiges Seniorenheim ziehen. So jedenfalls will es die bei einem Besuch aufkreuzende Tochter, die die von ihrem verstorbenen Vater überschriebene Wohnung in Tanger verkaufen will. Für die Mutter allerdings kommt weder ein Leben im marokkanischen Seniorenstift infrage noch ein Umzug nach Madrid zu Tochter und Enkeln.

Obwohl ihr langjähriges Domizil bereits leergeräumt und Inventar an einen Antiquitätenhändler verschachert worden ist, nistet sie sich wieder in der Calle Málaga ein – und baut sich binnen kurzer Zeit eine Art Sports-Bar für Public Viewing von Fußballübertragungen auf. Egal ob Fans von Barca, Real oder anderen Teams – die Bude ist voll, die Gäste so multikulturell wie Tanger selbst. Nebenbei bandelt María Ángeles mit ihrem Antiquar an.

Carmen Maura spielt die Melancholie und die Zerrissenheit ihrer Figur mit einem großartigen Gespür für leise Töne. Auch wenn oder gerade weil viele ihrer Landsleute und Bekannten inzwischen auf dem Friedhof gelandet sind, versteht man vollkommen, warum sie festhält an diesem Ort, der ihr über die Jahrzehnte zur Heimat geworden ist und den sie nicht verlassen will. Amüsant und eine Art Running Gag sind immer wieder jene Szenen, wenn sie ins Kloster zu einer Ordensschwester geht und ihr ihr Herz ausschüttet – oftmals über Dinge, die für die Ohren einer Nonne ungewohnt klingen mögen.