Aly Keita: Balafon Evolution

Label: One World Records

Ausgabe: März 2026

Aly Keita: Balafon Evolution

Der in Berlin lebende Ivorer Aly Keita, der 2022 das Kunststück fertigbrachte, mit dem westafrikanischen Balafon Gewinner des Deutschen Jazzpreises zu werden, veröffentlicht nun mit seinem Trio das lang erwartete Album Balafon Evolution. „Immer, wenn ich ein Balafon gehört habe, dann war ich so aufgeregt, als hätte ich Engel gesehen“, sagt Aly Keita in Berufung auf die Erzählungen seiner Mutter.

Schnell stand für den Ivorer aus einer Griot-Familie fest, dass die Erneuerung des Instruments eine Lebensaufgabe wird. Er fügte eine Reihe Klangplatten hinzu, damit er alle Halbtöne auf dem Balafon spielen, mühelos von der westafrikanischen Tradition in den Jazz und Blues wechseln kann. Nach vielen Kollaborationen von Pharoah Sanders über Paolo Fresu bis zum deutschen Piano-Grenzgänger Hans Lüdemann stellt er nun ein Berlin-basiertes Trio mit dem Niederländer Marcel van Cleef am Schlagzeug und dem italienischen Basser Roberto Badoglio in den Fokus.

Vom Opener Adjame Street an offenbart sich, wie organisch und hochpulsig die drei Akteure miteinander verwoben sind. Der Bass legt hibbelige, funky Linien unter die Melodie, löst sich dann und singt in hohen Lagen, erfindungsreiche Drum-Fills begeistern, und zum Finale begibt sich das Balafon in chromatische Rasanz. In Marie Dance wechselt man raffiniert in einen Rumba-Groove, und mit seiner sonnig hüpfenden Melodie repräsentiert Yélé Kura zusammen mit dem gesungenen und vom Daumenklavier gewürzten Mogo Sobe die traditionellere Seite der Scheibe. Hitzig-vorwärtstreibend und mit einem richtigen Kraftpaket von den Drums am Ende geht es in Farafinko zu. Und im Titelstück ist die Verschmelzung des Dreiers in fast rockiger Verzahnung von Bass und Balafon perfektioniert. Mit den zart singenden Basslinien von Peace In The World endet ein kleines Meisterwerk.