Open World Music Stage: Niwel Tsumbu meets Ziryab-Akademie
10 Jahre Open World Music Stage der Ziryab-Akademie
"Die Welt zu öffnen – das schafft Musik!"
Einen Flamenco mit Popmusik bereichern, ein Jazzstück mit arabischen Instrumenten erweitern, mongolische Oberton-Gesänge mit lateinamerikanischen Rhythmen oder auch eine westliche Klassik mit indischem Raga verbinden: Auf den ersten Blick beziehungsweise Ton für viele Menschen sicher unvorstellbar. Wie sollen solch verschiedene Klänge, Rhythmen und Töne aus völlig verschiedenen Kulturkreisen zusammenpassen? Dass das funktioniert – und zwar seit 10 Jahren – zeigt die Open World Music Stage (OWMS). Die Veranstaltungsreihe ist Teil des Fortbildungsprogramms der Ziryab-Akademie, die von Dr. Zaza Miminoshvili in Zusammenarbeit mit dem Forum der Kulturen Stuttgart geleitet wird.
Zwei Mal im Jahr besuchen dabei führende Vertreter*innen verschiedenster musikalischer Traditionen und Stile aus aller Welt die Ziryab-Akademie. In einer zweitägigen Masterclass vermitteln die musikalischen Meister*innen ihr spezifisches Können und geben ihr wertvolles Wissen an Musiker*innen aus Stuttgart und der Region weiter. Höhepunkt ist der große Auftritt aller Teilnehmenden auf der Bühne des Kulturzentrums Laboratorium, die dem Publikum ihre erarbeiteten, einzigartigen Klangerlebnisse präsentieren.
„Jede Open World Musik Stage ist ein Abenteuer, genauso wie die Musik an sich ein Abenteuer ist!“, sagt Zaza Miminoshvili. „Rhythmen, Harmonien, Melodien und Improvisationstechniken verschiedenster Musiktraditionen nahebringen und den freien Austausch fördern: Dafür steht dieses so besondere Format. Unsere weltmusikalische Fortbildung richtet sich an (semi-)professionelle Musiker*innen unterschiedlichster Herkunft, die ihr Wissen zu Musiksystemen erweitern und auch neue Kulturen entdecken wollen. Jede*r ist willkommen, der ein tiefes Verständnis für andere Musikrichtungen und -stile entwickeln will und dabei die eigene musikalische Disziplin stärken möchte. Mit höchstem Respekt begegnen wir dabei den Künstler*innen und ihren Musikstilen.“
„Jede*r muss die Disziplin des Gegenübers verstehen, um gemeinsam etwas Großartiges zu kreieren“
Ein Zusammenspiel ist laut Miminoshvili aber nur so effektiv, wie das Verständnis, dass man vom jeweiligen Musikstil und dessen Komponenten hat: „Jede*r muss die Disziplin des Gegenübers verstehen, um gemeinsam etwas Großartiges zu kreieren und vor allem um improvisieren zu können. Daher bezeichne ich das, was wir in der Ziryab-Akademie und demnach im Rahmen der Masterclasses zur OWMS erlernen und erschaffen gerne auch als Mixed Musical Arts. Es ist eine Anlehnung an Mixed Martial Arts, das unterschiedliche Traditionen im Bereich der Kampfkunst vereint.“
Die Vielfalt der musikalischen Stile und das Bestreben der Ziryab-Akademie, diese künstlerische Vielfalt im Rahmen der OWMS abzubilden und zu vermitteln, wird durch die Liste der bisher eingeladenen Künstler*innen verdeutlicht: Vor zehn Jahren waren es Jorge Pardo aus Spanien sowie Theodosii Spassov aus Bulgarien, die die OWMS erstmals bereicherten. Namhafte Künstler*innen wie Fuat Saka aus der Türkei, Dinesh Mishra und Trilok Gurtu aus Indien, das Nour Project aus Ägypten, das Florencia Dávalos Trio aus Argentinien, Randy Brecker aus den USA, Úrsula Morena und Antonio Andrade sowie Miguel Sotelo aus Spanien, Niwel Tsumbu aus Irland, vormals Kongo und viele mehr folgten.
„Die Welt zu öffnen – das schafft Musik!“, betont Zaza Miminoshvili, Mitgründer von The Shin, der wohl bekanntesten georgische Weltmusik-Band. „Musik ist Frieden und Völkerverständigung. Die Ziryab-Akademie und all ihre Formate – dazu zählen Projekte wie die OWMS mit Masterclasses, der Open World Music Jam & Junior Music Jam, der gezielt den weltmusikalischen Nachwuchs fördert, sowie das Ensemble Z-Project“– zeigen: weltmusikalische Traditionen in einer neuen, gemeinsamen Sprache der Musik zu verbinden, ist eine Bereicherung – musikalisch wie auch zwischenmenschlich – und fördert den kulturellen Dialog und Austausch. Wir ehren die jeweiligen musikalischen Traditionen und Künste, tauchen tief in sie ein, und lassen uns dennoch auf die Magie des Neuen durch die Symbiose der Stile auf der Bühne ein. Ich wünsche mir, dass Formate wie die OWMS noch viele, bereichernde Begegnungen schaffen und damit ihren Beitrag für ein friedliches Miteinander leisten.“