Arte Nacional Capoeira Stuttgart

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20 Jahre Arte Nacional Capoeira Stuttgart
7.-8.März 2026
Wilhelmsschule, S-Wangen
Anmeldung

Capoeiristas in Aktion.
Foto: Capoeira Stuttgart Arte Nacional
Ausgabe: März 2026

Arte Nacional Capoeira Stuttgart

Capoeira? „Funktioniert nur zusammen!“

Seit 20 Jahren bietet die Gruppe Arte Nacional Capoeira Stuttgart wöchentliche Capoeira-Trainings und regelmäßige Events an. Zentral sind dabei der Gemeinschaftsgedanke und der Austausch mit anderen Schulen und Capoeira-Begeisterten.

Wenn Mestre Dedé auf dem Berimbau zu spielen beginnt, verwandelt sich die schlichte Sporthalle im Stuttgarter Osten in einen Raum voll pulsierender Energie. Einander gegenüberstehend beginnen die Anwesenden, in fließenden Bewegungen miteinander zu improvisieren. Im Capoeira, dessen Ursprung in den afrikanischen Communities im kolonialen Brasilien liegt, verschmelzen Kampf und Tanz miteinander. Eine einheitliche Definition gibt es nicht. Für jede*n Capoeirista (dt.: Capoeira-Praktizierende) bedeutet es etwas anderes – manche bewegen sich nah an der traditionellen Schule, andere genießen einfach nur den Sport und die Musik. „Man kann es intellektuell nicht erfassen, sondern muss es selbst erleben“, sagt Rajkumar Deshpande. Er ist Vorstandsmitglied und Lehrer im Verein brasilianischer Kulturen Stuttgart e. V., zu dem die Gruppe Arte Nacional gehört.

2006 wurde der Verein vom brasilianischen Capoeira-Meister Mauricio Ferreira da Luz (Mestre Dedé) gemeinsam mit motivierten Stuttgarter*innen ins Leben gerufen. Ziel war die Vermittlung brasilianischer Kultur durch Capoeira-, Tanz- und Sprachkurse. Der Fokus liegt heute vor allem auf den Capoeira-Trainings, jedoch ist der Verein weiterhin eng mit anderen brasilianischen Initiativen in Stuttgart vernetzt. Neben der Stuttgarter Gruppe gibt es außerdem noch weitere Ableger in Ravensburg, Mosambik und Brasilien.

„Capoeira ist Gemeinschaft“

Etwa 30 aktive Mitglieder zählt der Verein momentan in Stuttgart. „Capoeira ist Gemeinschaft“, meint Deshpande lächelnd, „es funktioniert nur zusammen“. Bei Arte Nacional treffen ganz unterschiedliche Menschen aufeinander – Geschlecht, Herkunft oder Alter spielen keine Rolle, Anfänger*innen und Profis trainieren gemeinsam und unterstützen sich gegenseitig. „Wir hatten auch schon jemanden, der nach einer Herz-Operation angefangen und bis 70 regelmäßig trainiert hat“, erzählt Deshpande.

Vor allem während der Roda ist dieses Miteinander zu spüren. Dabei formen die Trainierenden einen Kreis, der Mestre gibt einen Rhythmus vor und leitet das gemeinsame Singen an. Zwei Capoeiristas begeben sich in die Mitte, ins Spiel: Sie drehen, hüpfen, täuschen an, weichen zurück und finden im rhythmischen Kampf in eine improvisierte Harmonie. „Hier lernt man vor allem aufmerksam zu sein und bekommt ein Gespür für Situationen und andere Menschen“, sagt Natalie, die seit fünf Jahren Mitglied ist. Auch Frederic, der zwei Mal pro Woche trainiert, hat die „unfassbare Energie“ des Sports überzeugt. Beide sind sich einig: Wer Lust auf Gemeinschaft hat und offen für Neues ist, ist hier genau richtig.

Zum 20-Jahre-Jubiläum hat der Verein etwas ganz Besonderes geplant: Am 7. und 8. März 2026 lädt er zu einem zweitägigen Workshop-Event mit Lehrenden aus aller Welt ein, darunter der preisgekrönte Capoeira-Meister Gugu Quilombola. „Wir freuen uns, dass wir dank unserer Sponsoren Harambe Afrika und A&O Hostels ein vielfältiges Programm anbieten können“, sagt Deshpande. Neben dem Capoeira-Training werden auch Tanz- und Musik-Workshops und eine gemeinsame Feier geboten sein. Arte Nacional freut sich auf das Wiedersehen mit Wegbegleiter*innen der vergangenen 20 Jahre, aber auch neue Gesichter sind herzlich willkommen.