75 Jahre Institut français in Stuttgart
21. April 2026: Galaabend Liederhalle, S-West
22. April bis 31. Juli 2026: Ausstellung zur Geschichte des Instituts français
25. April 2026, 14-23 Uhr: Tag der offenen Tür Institut français
Bon anniversaire! 75 Jahre Institut français Stuttgart
„Gemeinsam in die Zukunft blicken“
Seit 2022 leitet Gaël de Maisonneuve als Generalkonsul auch das Institut français. Mit seinem Team am Konsulat und im Institut arbeitet er täglich daran, zu zeigen, dass Sprache verbindet und die schönen Geschichten erzählt werden müssen. Am Institut gibt es Französischkurse im Einzel- und Gruppenunterricht, die zu unterschiedlichen internationalen Zertifikaten führen. „Wir arbeiten aber auch mit Schulen zusammen“, erklärt der Generalkonsul und verweist auf sein Team. „Für die Kultur und politische Debatte bin ich sehr froh und stolz, eine Mitarbeiterin wie Johanne Mazeau-Schmid zu haben.“ Die Kulturbeauftragte des Instituts hat die Französischen Wochen, Debatten mit anderen Institutionen und Partnerschaftsprojekte im Jubiläumsjahr entwickelt. Rund hundert Veranstaltungen organisiert das Institut jährlich: Konzerte, Filmabende, Lesungen und Debatten. Auch Kooperationen mit Schulen, Universitäten und Kulturinstitutionen setzt das Institut um.
Seit drei Jahren ist der Generalkonsul in Stuttgart, der Austausch ist ihm wichtig. „Wir haben auch viele jüngere Leute im Team, die neue Projekte wie Karaoke und den Ciné Club entwickelt haben.“ Alle zwei Monate gibt es zudem einen deutsch-französischen Stammtisch. Die Sprache, egal ob Deutsch oder Französisch, erlerne man am besten im Gespräch, ist Gaël de Maisonneuve überzeugt.
Frankreich in Stuttgart
21. April 1951. Wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird das Institut gegründet. Die Initiative geht vom französischen Diplomaten André François-Poncet als Symbol der deutsch-französischen Aussöhnung aus. „Seit 75 Jahren bauen wir Brücken zwischen Frankreich und Deutschland“, freut sich der Generalkonsul und Institutsleiter. „Dieses Jubiläum ist nicht nur Anlass zum Feiern, sondern auch eine Einladung, gemeinsam in die Zukunft zu blicken.“ Im Haus selbst spürt man die interkulturelle Verbindung. Am heutigen Donnerstagabend ist eine Gruppe junger Straßburger Künstlerinnen und Künstler angereist. Eine Künstlerin mit ukrainischen Wurzeln stellt einen Kurzfilm über Frauenrechte vor.
„Den Jahrestag zelebrieren wir am 21. April, dem Tag, an dem die Gründung des Instituts 1951 unterzeichnet wurde“, betont der Generalkonsul. Seit 2023 ist auch die Stadt Stuttgart ein Teil der Stiftung. „Die Feierlichkeiten, eingebettet in die Französischen Wochen, sind für uns zugleich eine Gelegenheit, unsere Partner sowie die zahlreichen deutsch-französischen Partnerschaften im Großraum Stuttgart zu würdigen und den gemeinsamen Austausch weiter zu vertiefen.“ Johanne Mazeau-Schmid betont: „Das Jubiläumsprogramm verbindet Geschichte mit Zukunft und richtet sich an Jung und Alt gleichermaßen.“
Den Auftakt bildet ein Galaabend in der Liederhalle Stuttgart. Durch den Abend führt der deutsch-französische Kabarettist Alfons. Auf der Bühne stehen Künstlerinnen und Künstler, die den deutsch-französischen Austausch auf unterschiedliche Weise verkörpern: die Singer-Songwriterin Ambre Vallet, das Almaviva Cello Quartett der Staatsoper Stuttgart und der Pianist Gérard Daguerre, der schon mit der Chanson-Legende Barbara zusammenarbeitete.
Beim Tag der offenen Tür sind Familien, Sprachlernende und Kulturinteressierte am 25. April eingeladen, das Institut zu entdecken. Eine Ausstellung erzählt von den ersten Nachkriegsjahren bis in die Gegenwart. Gestaltet wurde sie vom deutsch-französischen Künstlerduo Nathalie Wolff und Mathias Bumiller. Der Audioguide Balado – La France à Stuttgart mit Führungen auf Deutsch und Französisch wird zudem erstmals vorgestellt. Die Landeshauptstadt werde darin „zur Bühne deutsch-französischer Geschichte“, so der Institutsleiter. „Ein Hauptprojekt des Jubiläums.“
Audiospaziergang: von damals bis heute
An 24 Stationen führt der Stadtrundgang zu Orten, an denen sich französische Kultur, Geschichte und persönliche Lebenswege das Stadtbild geprägt haben. „Mit dem Audiospaziergang wollen wir die Spuren der Vergangenheit mit dem Heute verbinden und 75 Jahre deutsch-französische Geschichte in Stuttgart lebendig erfahrbar machen“, so die Kulturbeauftragte.
Eine Erzählung darin ist die Geschichte des französischen Politikers Daniel Cohn-Bendit. Der französische Philosoph Jean-Paul Sartre besuchte am 4. Dezember 1974 in der Justizvollzuganstalt in Stammheim mehrere Mitglieder der Roten Armee Fraktion (RAF), darunter Andreas Baader. In einer späteren Pressekonferenz übersetzte Cohn-Bendit den berühmten Philosophen, der sich ein direktes Bild über die Motive und die Ideologie der RAF vor Ort machen wollte.
Wer auf den Spuren Frankreichs in Stuttgart wandelt, braucht kein übermäßiges Vokabular. Eine Fassung in einfachem Französisch wird es in Zusammenarbeit mit dem Klett Verlag auch geben.