Seishi Yokomizo: Der Inugami-Fluch
Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe.
Blumenbar Verlag, 2025.
334 Seiten.
Seishi Yokomizo: Der Inugami-Fluch
Was bleibt, wenn ein Familienoberhaupt stirbt? In Seishi Yokomizos Der Inugami-Fluch ist es kein würdevoller Abschied, sondern ein tödliches Ringen um Geld, Einfluss – und das letzte Wort eines Patriarchen. Die Inugamis sind eine vermögende, angesehene Familie. Doch hinter der Fassade brodelt es: Alte Feindschaften, verdrängte Verletzungen, stille Verachtung – all das bricht auf, als das Testament von Sahei Inugami geöffnet wird. Es ist ein letzter Akt der Kontrolle: Der alte Mann vererbt nicht einfach, er spielt seine Nachkommen gegeneinander aus. Der Streit um das Erbe eskaliert – mit tödlichen Folgen. Ein Toter, ein Testament – und plötzlich wird aus Familie ein Schlachtfeld. Der letzte Wille des Patriarchen ist alles andere als gerecht: Außenseiter werden bevorzugt, Blutsverwandte gekränkt. Schon bald beginnt das Morden.
Detektiv Kosuke Kindaichi, chaotisch im Auftreten, aber genial im Denken, wird gerufen, um Licht ins Dunkel zu bringen. Doch was er aufdeckt, ist mehr als ein Kriminalfall – es ist ein Spiegel menschlicher Abgründe. Zwischen Masken, falschen Identitäten und alten Wunden offenbart sich ein Geflecht aus Neid, Hass und Begierde. Yokomizo zeigt mit messerscharfer Beobachtung, wie Erbschaften nicht nur Besitz, sondern auch Zwietracht weitergeben. Wie schnell Blutsverwandtschaft zur Nebensache wird, wenn Geld und Ansehen locken. Der Inugami-Fluch ist kein reißerischer Thriller, sondern eine vielschichtige Studie über die zerstörerische Kraft von Gier. Tragisch, atmosphärisch, brillant konstruiert – und erschreckend real.