Youssef Maghrebi: Kopf hoch

Mi, 18. November 2026, 20.00 Uhr
Theaterhaus, S-Feuerbach
www.theaterhaus.com

Foto mit Pflaster
© Benshii

 

Foto: Benshii
Ausgabe: November 2026

Youssef Maghrebi – Schauspieler, Theaterpädagoge, Stand-Up-Comedian

Humor als Superkraft

„Humor ist in meiner Arbeit das Wichtigste überhaupt“, sagt Youssef Maghrebi. Der gebürtige Stuttgarter ist ausgebildeter Schauspieler und Theaterpädagoge – und seit einiger Zeit auch in der Stand-Up-Comedy-Szene erfolgreich. Am 18. November steht er mit seinem Solo-Programm Kopf hoch im Theaterhaus in Stuttgart-Feuerbach auf der Bühne. Nach einer Premiere im vergangenen Jahr präsentiert er nun eine überarbeitete Version seiner Show – witzig, nachdenklich und gnadenlos ehrlich.

Von Hannah Hoyer.

Maghrebi versteht seinen Humor als eine Art Superkraft, die er einsetzt, um über schwierige Themen zu sprechen. Als Kind und Jugendlicher wird er früh mit Fragen nach Zugehörigkeit und Identität konfrontiert, erlebt Diskriminierung aufgrund seiner tunesischen Wurzeln. Nach dem Schulabschluss entscheidet er sich dafür, Schauspieler zu werden, macht eine Ausbildung und spielt einige erfolgreiche Rollen beim Fernsehen und in Theaterensembles. Zusätzlich bildet er sich in der Theaterpädagogik fort und beginnt, Workshops für Jugendliche und junge Erwachsene in Schulen, Vereinen oder Strafvollzugsanstalten durchzuführen. Je nach Schwerpunkt setzen sie sich darin gemeinsam mit Themen wie Demokratie, Empowerment, Rassismus oder auch Gewaltprävention auseinander. Besonders wichtig sei für ihn, den jungen Menschen zuzuhören und auf ihre Lebenswelten einzugehen, ihnen das zu vermitteln, was er früher selbst in seiner Schulzeit so dringend gebraucht hätte: Verständnis, Rückhalt, Austausch. „Es lohnt sich“, resümiert Maghrebi, wenn er von Erlebnissen aus seiner Bildungsarbeit erzählt.

Über Open-Mic-Auftritte kommt er vor einigen Jahren schließlich zur Comedy und findet Gefallen daran, auf der Bühne einfach mal ganz er selbst zu sein. Anders als bei der Schauspielkunst gehe es dabei nicht darum eine fremde Rolle zu spielen, sagt Maghrebi. Stattdessen könne er auf seine Art über die Dinge sprechen, die ihm persönlich wichtig seien. Bei seinen Shows sollen die Leute lachen können aber auch etwas mitnehmen. Liebe vermitteln, anstelle von Hass, lautet seine übergeordnete Botschaft.

In seinem aktuellen Solo-Programm Kopf hoch thematisiert Maghrebi die eigene Lebensgeschichte, vom Aufwachsen im Schwabenländle über die Zeit an der Schauspielschule in Hamburg bis zur Gegenwart und seiner pädagogischen Arbeit im Stuttgarter Raum. Es geht unter anderem um seine Familie, um das deutsche Schulsystem, um Selbstermächtigung und das Sich-Anders-Fühlen als junger Mensch mit familiärer Migrationsgeschichte. Immer mit dabei: der Humor, der auch die schwersten Themen etwas leichter macht. Humor sei auch manchmal überhaupt erst der Türöffner, um Zugang zu anderen Lebensrealitäten zu bekommen, so Maghrebi. Deshalb freue er sich auch, wenn die verschiedensten Menschen seine Show besuchen, gemeinsam lachen und danach mit ihm ins Gespräch kommen wollen.

Seit der erfolgreichen Premiere seines Solos im vergangenen Jahr ist der Comedian bei einer Agentur unter Vertrag. 2027 soll es auf Tour gehen, durch ganz Deutschland und die Schweiz. Youssef Maghrebi blickt gelassen in die Zukunft: „Ich mag es gerade, wie es ist“. Seine Arbeit als Theaterpädagoge wolle er zum jetzigen Zeitpunkt fortführen, dennoch sei er gespannt, wohin ihn sein Weg in den nächsten Jahren noch führen werde.