17. Stuttgarter Europa Theater Treffen

13.– 29. November 2026
tri-bühne, S-Mitte

Anestis Azas Production, Athen/Athens Epidaurus Festival:
Die Baklava-Republik/The Republic of Baklava
Mo, 16. und Di, 17. November 2026,
jeweils 19.00 Uhr
In griechischer Sprache mit deutscher Übersetzungshilfe

Afsaneh Mahian / Shieveh Theater Company, Teheran:
Das Kind / The Child
Sa, 21. und So, 22. November 26,
jeweils 19.00 Uhr
In persischer Sprache mit deutscher Übersetzungshilfe

Afsaneh Mahian / Shieveh Theater Company, Teheran:
Schatten/The Shadows
Di, 24. November 2026, 19.00 Uhr
In persischer Sprache mit deutscher Übersetzungshilfe

Théâtre des Bouffes du Nord, Paris:
Mein Haus ist schwarz/Ma Maison est noire
Sa, 28. November 2026, 20.30 Uhr
So, 29. November 2026, 16.00 Uhr
In französischer Sprache mit deutscher Übersetzungshilfe

Vorverkauf und Infos:
Tel. 0711 2364610
office@tri-buehne.de
www.sett-festival.eu

Foto: Christophe Raynaud de Lage
Ausgabe: November 2026

17 . SETT – Stuttgarter Europa Theater Treffen am Theater tri-bühne

Treffpunkt für europäisches Theater

Das 17. Stuttgarter Europa Theater Treffen (SETT) lädt im November 2026 Theatergruppen aus ganz Europa und darüber hinaus ein, ihre Produktionen in Stuttgart zu präsentieren. Im Zentrum steht auch der direkte künstlerische Austausch zwischen den eingeladenen Produktionen.

Von Gabriele Danco.

Bereits seit 1993 richtet das Theater tri-bühne, in meist zweijährigem Abstand, das Stuttgarter Europa Theater Treffen (SETT) aus. Dank der zahlreichen internationalen Kontakte des Theaters konnte sich das SETT als fester Bestandteil der Stuttgarter Kultur- und Festivallandschaft etablieren. In diesem Jahr kürzte die Stadt Stuttgart den Zuschuss für das Festival um fünfzig Prozent. Intendant Stefan Kirchknopf hat sich trotzdem dazu entschieden, aufwändige Produktionen wie Mein Haus ist schwarz einzuladen, dafür aber ein kleineres Programm anzubieten. Die Auswahl der eingeladenen Produktionen traf der Intendant zusammen mit Korina Theodoridou, Schauspielerin und Politikwissenschaftlerin aus Athen. Sie hat bereits bei früheren Festivals mitgewirkt.

Das Festival trägt einen deutlich politischen Charakter. Es versteht sich als Plattform für internationale Zusammenarbeit und künstlerischen Dialog und stärkt durch seine Gastspiele und Partnerschaften die internationale kulturelle Vernetzung. Mit seinem internationalen Profil prägt es das kulturelle Leben Stuttgarts und setzt wichtige Impulse für die Landeshauptstadt als Ort internationaler Begegnung.

Eingeladen ist die Shieveh Theatre Company, eine der bedeutendsten unabhängigen Theatergruppen Irans mit mehr als 25 Jahren internationaler Präsenz. Regisseurin und Gründerin Afsaneh Mahian schafft in The Child eine Inszenierung, die zugleich persönlich und universell ist. Die vielfach ausgezeichnete Autorin dieses Stücks, Naghmeh Samini, ist dafür bekannt, große politische Themen in zutiefst menschliche Geschichten zu verwandeln. In The Child erinnert sie daran, dass sich hinter jeder Statistik, jeder Grenze und jeder politischen Entscheidung ein Mensch verbirgt – und ein Kind, das die Welt erbt, die Erwachsene erschaffen. Eine weitere außergewöhnliche Produktion von Afsaneh Mahian und ihrem iranischen Ensemble wird ebenfalls beim diesjährigen SETT gezeigt: The Shadows begibt sich auf die Suche nach den unsichtbaren Verbindungen zwischen mythologischen Frauenfiguren und den Erfahrungen von Menschen, die heute unter Krieg, Gewalt und gesellschaftlichen Umbrüchen leben.

Aus Athen kommt die Produktion The Republic of Baklava von Anestis Azas, einem der wichtigsten Vertreter des zeitgenössischen griechischen Dokumentartheaters. In seinen Arbeiten verbindet Azas gesellschaftliche und politische Fragestellungen mit innovativen Formen des Theaters. Mit Leichtigkeit und einem ausgeprägten Sinn für Humor nähert sich die Produktion komplexen historischen und politischen Fragen und verwandelt ein einfaches Dessert in den Ausgangspunkt einer Reflexion über Identität und Zugehörigkeit.

Aus Paris reisen die Schauspieler*innen des Théâtre de Bouffes du Nord an. Ma maison est noire (Mein Haus ist schwarz) nach der iranischen Dichterin Forough Farrokhzad verbindet Poesie, Briefe und persönliche Berichte zu einem intensiven Dialog zweier Frauen und Generationen im Exil. Es wird die Frage gestellt nach Freiheit, Erinnerung und dem Recht einer Frau, über ihren eigenen Körper, ihre Geschichte und ihre Kunst selbst zu bestimmen. Das Stück verbindet persönliche Erfahrung mit der universellen Frage nach dem Platz der Frau in Gesellschaften, in denen Ausdruck und Selbstbestimmung eingeschränkt werden.

Die tri-Bühne eröffnet das Festival mit der eigenen Produktion Der Tartüff, in der Inszenierung von Alejandro Quintana. Mit seiner Komödie in fünf Akten hielt Molière der Heuchelei und den gesellschaftlichen Konventionen einen Spiegel vor – in einer ebenso bissigen wie zeitlos aktuellen Satire.