Open World Music Stage

Laila Mahmoud
meets Ziryab-Akademie
So, 15. November 2026, 20.00 Uhr
Laboratorium, S-Ost
www.laboratorium-stuttgart.de

Masterclass:
Fr, 13. und Sa, 14. November 2026
Anmeldung: ziryab@forum-der-kulturen.de
www.forum-der-kulturen.de

Foto: Maria Karnafel
Ausgabe: November 2026

Laila Mahmoud im Porträt

Was aus Begegnungen entsteht

„Dieses Instrument hat jetzt fast eine neu Sprache gelernt, wie wir alle“, sagt Laila Mahmoud über das Kanun. Die syrische Musikerin, Sängerin und Komponistin entwickelt dessen musikalische Ausdrucksmöglichkeiten stetig weiter. Am 15. November tritt sie bei der Open World Music Stage im Stuttgarter Laboratorium auf.

Von Hutham Hussein.

In Tartus an der syrischen Mittelmeerküste, wo Laila Mahmoud aufwuchs, war Musik ein fester Bestandteil ihres Alltags. In ihrem Dorf wurde viel musiziert, auch innerhalb ihrer Familie. Sie erinnert sich an Oud-Klänge und Lieder über Liebe und Sehnsucht, über Menschen, die fortgegangen waren, und jene, die zurückblieben. Auch ihre Mutter sang häufig. Schon als Kind versuchte Laila, sie auf dem Klavier und Akkordeon zu begleiten. Doch die feinen Tonabstufungen der Melodien ließen sich auf diesen Instrumenten nicht wiedergeben. So fand sie zum Kanun, dessen Klang sie bereits aus der Musik Aleppos und den Liedern der libanesischen Rahbani-Familie kannte.

Schon früh träumte Laila davon, im Ausland zu leben, Musik zu machen und die Welt zu entdecken. Mit dem Krieg in Syrien verlor sie diesen Wunsch jedoch zunehmend aus den Augen. Nach ihrem Musikstudium an der Universität Homs unterrichtete sie, während es immer weniger Auftrittsmöglichkeiten gab. Schließlich beschloss sie, ihren Traum wieder aufzugreifen. Ein Studienplatz führte sie zunächst nach Leipzig, später an die Popakademie Mannheim. „Ich wollte einfach nur Musik machen“, sagt sie über ihre damalige Entscheidung.

Der Austausch mit anderen Musiker*innen prägte Lailas musikalische Arbeit bereits in Syrien. In Bands spielte sie unterschiedliche Genres, von Rock und Metal bis hin zu klassischer Musik. Solche Begegnungen geben ihrer eigenen Spielweise immer wieder neue Impulse. Dabei kommen auch verschiedene Schulen des Kanun zusammen, etwa die irakische, syrische, libanesische und ägyptische.

Doch Laila geht es um mehr als die Kombination verschiedener Musikstile. „Tradition ist eine Geschichte, das hat nichts mit Land zu tun, das hat mit der Geschichte der Menschen zu tun“, erklärt sie. Diese Geschichten weiterzuerzählen sei wichtig. Besonders interessiert sie jedoch, was entsteht, wenn Musiker*innen gemeinsam neue Ausdrucksformen entwickeln. Musik, die „weder das noch das, aber sowohl als auch“ ist.

Der Klang des Kanun ist für viele Syrer*innen, wie Laila erzählt, mit Erinnerungen an Ramadan und Bayram verbunden, an gemeinsame Familienessen oder vertraute Fernsehserien. Zugleich erklingt das Instrument heute auch in Ensembles und Orchestern, im Zusammenspiel mit E-Gitarre, Bass und elektronischen Effekten. In solchen Begegnungen entstehen immer wieder neue Möglichkeiten, das Kanun zu spielen und musikalisch einzusetzen. Am 13. Und 14. November gibt Laila im Rahmen der Ziryab-Akademie außerdem eine Masterclass zum arabischen Maqam-System, die auch Musiker*innen außerhalb der Akademie offensteht.

Was Laila sich von ihrem Publikum wünscht? „Verständnis und Annehmen“. Die Bereitschaft, Menschen und ihrer Musik unvoreingenommen zu begegnen.