Fatma Mittler-Solak: Mondblau

Frankfurter Verlagsanstalt, 2026.
252 Seiten.

Ausgabe: Oktober 2026

Fatma Mittler-Solak: Mondblau

In ihrem Debütroman Mondblau erzählt Fatma Mittler-Solak von Ayla, der Tochter türkischer Gastarbeiter, und einem Leben, das früh von Hoffnungen und Erwartungen geprägt ist. Ihre Eltern setzen alles daran, ihr eine gute Bildung zu ermöglichen. Obwohl die Familie nicht wohlhabend ist, besucht Ayla eine Privatschule und wird zur Vorzeigeschülerin. Ihr Vater hat in der Türkei Physik studiert, kann seine Qualifikation in Deutschland jedoch nicht nutzen und arbeitet als Taxifahrer. Ayla möchte Anwältin werden und für Gerechtigkeit kämpfen. Doch eine prägende erste Liebe und ein schmerzhafter Verlust hinterlassen Spuren. Sie verliert den Halt und kann den Anforderungen des Jurastudiums nicht mehr gerecht werden. Ihr bisheriger Lebensplan scheitert und es stellt sich die Frage, wie viel davon tatsächlich ihr eigener Traum war.

Darin liegt eine der Stärken des Romans: Wie findet ein Mensch heraus, was er selbst will, wenn Erwartungen von allen Seiten wirken? Ayla trägt die Hoffnungen ihrer Familie auf ein besseres Leben für die nächste Generation. Gleichzeitig möchte sie in der deutschen Gesellschaft dazugehören, erfolgreich sein und keine Stereotype bedienen. Wo enden die Erwartungen der anderen und wo beginnen die eigenen? Jahre später scheint Ayla angekommen zu sein: Familie, Kinder und Karriere. Doch Erinnerungen und alte Verletzungen verschwinden nicht einfach. Auch ihre enge Freundschaft zu Victoria verändert sich und lässt Ayla vieles infrage stellen. Mondblau verbindet diese Themen mit einer spannenden, psychologisch vielschichtigen Geschichte über Vertrauen und Verrat. Ein Roman darüber, wie Herkunft, Erwartungen und vergangene Erfahrungen uns prägen – selbst wenn wir längst glauben, unseren eigenen Weg gefunden zu haben.