Emisa und Bobby Sayyar

Instagram:
@iamemisa
@bobby_sayyar

Live beim Sommerfestival der Kulturen
Fr, 17. Juli, 16.30 Uhr
Marktplatz Stuttgart
Eintritt frei

Bobby Sayyar (li, Bildrechte: Vadim Michel), Emisa (re, Bildrechte: Schimon Brothers)
Ausgabe: Juli - August - September 2026

Emisa und Bobby Sayyar auf dem Sommerfestival der Kulturen

Persönliche Geschichten auf großer Bühne

Global Pop und Rap: Mit Emisa und Bobby Sayyar bringt das Projektlabor des künftigen Hauses der Kulturen zwei junge Stimmen der Stuttgarter Musikszene auf die Bühne des Sommerfestivals der Kulturen.

Von Ella Edelmann.

Das Projektlabor des künftigen Hauses der Kulturen präsentiert auf dem Sommerfestival der Kulturen zwei Konzerte junger Stuttgarter*innen und macht damit die lokale Musikszene sichtbar. Als Kooperation vom Forum der Kulturen Stuttgart und dem Verein für internationale Jugendarbeit schafft das Projektlabor Räume für Begegnung und Austausch – so auch auf dem Sommerfestival. Mit Emisa und Bobby Sayyar stehen dabei zwei Künstler*innen auf der Bühne, die auf ganz unterschiedliche Weise zeigen, wie vielfältig und lebendig neue Musik aus Stuttgart ist.

Als Sängerin, Songwriterin und Toningenieurin dreht sich bei Emisa alles um den Klang. Schon ihr ganzes Leben begleitet sie eine Leidenschaft für die Musik. Früh begann sie zu singen und bewegte sich zwischen verschiedenen musikalischen Einflüssen aus dem westlichen und arabischen Raum. Nachdem sie 2013 mit ihrer Familie aus Syrien nach Deutschland kam, begann sie verstärkt auf Englisch zu schreiben. „Schon von klein an habe ich gerne Sprachen gelernt, konnte schon als Kind sehr gutes Englisch und habe mich auch in Deutschland sehr bemüht, schnell die Sprache zu lernen“, beschreibt sie. Heute ist ihre Mehrsprachigkeit wichtiger Teil ihrer künstlerischen Identität. Ihre Musik spielt mit verschiedenen Musikkulturen, verschmilzt modernen westlichen Pop mit arabischen Melodien.

Einen wichtigen Impuls, ihre arabischen Wurzeln auch musikalisch wieder stärker aufzugreifen, gab ihr der Kontakt zur syrischen Community in Stuttgart. Mit vielen der Freund*innen, die sie dort kennenlernte, machte sie bald gemeinsam Musik. Emisa erinnert sich: „Dadurch habe ich auch wieder meine Liebe für die arabische Musik entdeckt.“ Ihr Global Pop entsteht meist aus eigenen Erlebnissen. Diese persönlichen Geschichten möchte sie bald auch mit dem Publikum des Sommerfestivals der Kulturen teilen. „Ich blicke mit etwas Aufregung und großer Begeisterung auf meinen Auftritt auf dem Sommerfestival“, sagt Emisa. Sie wird dort unter anderem von Nour Darwish an der Oud begleitet und freut sich auf das Zusammenspiel mit der Band.

Für Bobby Sayyar ist Musik wie ein Ventil. „Meine Lyrics sind sehr ehrlich. Ich schreibe mir die Themen gerne wie in einer Therapiesitzung von der Seele“, beschreibt er. Früh ist er zum Rap gekommen. Bereits mit zwölf Jahren entstanden seine ersten Texte, nachdem er durch ältere Kinder auf dem Basketballplatz mit ersten Rap-CDs in Berührung gekommen war. In der dynamischen Hip-Hop-Szene Stuttgarts konnte er sich anschließend zu einem erfahrenen Live-Performer entwickeln und auch schon mit Größen wie Max Herre, Cro, Joy Denalane oder Die Orsons eine Bühne teilen.

Emotionale Texte über eigene Erlebnisse, aber auch kraftvolle Songs, die mit der Sprache spielen und sich in Punchlines entladen, fügen sich bei ihm aneinander. So vielseitig sind auch die Entstehungsprozesse hinter seinen Songs. „Manchmal rappe ich direkt ein, was ich zu sagen habe, manchmal sind die Texte total ausgetüftelt und jedes Wort ist genau überlegt“, erklärt er.

Live-Auftritte haben für ihn eine ganz besondere Bedeutung: „Die Sachen, die ich sage und vor allem wie ich sie sage, haben live eine ganz andere Schwingung.“ Sein Publikum soll Spaß und eine gute Zeit haben, betont er. Mit diesem tritt er auch gerne in direkten Dialog und entwickelt dabei ganz einzigartige Texte, die zuvor noch nirgendwo zu hören waren.

So treffen mit Emisa und Bobby Sayyar zwei unterschiedliche musikalische Perspektiven aufeinander, verbunden durch persönliche Geschichten und die Freude am Live-Moment.