Gidiki

Mi, 13. Mai 2026, 20.00 Uhr
Kulturhaus Schwanen
Waiblingen
www.kulturhaus-schwanen.de

 

Foto: © Gidiki
Ausgabe: Mai 2026

Die Athener Weltmusikband Gidiki

Tanz, Trance und Tradition

Sie sind bekannt für ihre Vielseitigkeit und ihre Liebe zur Improvisation: Die Gruppe Gidiki lässt seit elf Jahren hören, wie griechische Weltmusik zwischen Tanz, Trance und Tradition klingt – gespielt mit Laute, Violine, Klarinette, Dudelsack, Gitarre und Perkussion, ergänzt durch Gesang.

Manche behaupten ja, man solle mehrere Musikstile nicht zusammenzwingen, da man es sich dadurch leicht mit den Fans der verschiedenen Szenen verscherzen könne. Umso erfreulicher, wenn sich eine Band wie Gidiki trotzdem erfolgreich an einer Synthese versucht hat und diese These ad absurdum führt. In ihrer Musik verbindet das Quartett Einflüsse verschiedener europäischer Kulturen und lässt genügend Raum für Improvisation. Griechischer Folk, alte Volksweisen und moderne Vibes inspirieren ebenfalls die von Gidiki selbst komponierten Stücke.

Dies gilt auch für das 2025 veröffentlichte Album Planinata, eine Anthologie aus zehn Jahren Bandgeschichte, eine Art Resümee ihrer bisherigen Laufbahn. Es vereint neun Songs, die sich derart schwungvoll ins Ohr schmeicheln, dass man sich sogleich auf ein Livekonzert der Athener Band wünscht.

Musikanten in der Tradition griechischer Volksmusik

Tasos Kofodimos (Laute, Gesang), Konstantinos Lazos (Klarinette, Dudelsack, Gitarre, Gesang), Kostantis Papakonstantinou (Schlagzeug) und Thodoris Sioutis (Violine, Gesang) haben mehrere Tourneen im Ausland unternommen, darunter in Belgien, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Sie selbst bezeichnen sich als Musikanten, die sich in der Tradition der griechischen Volksmusik sehen. Gleichzeitig sind sie Nomaden, die auf ihren geographischen und musikalischen Streifzügen stets die Idee einer grenzüberschreitenden Folklore am Leben erhalten.

Wurde die Band nach ihrem ersten Album Ahoy noch ins Umfeld von traditioneller griechischer Musik, Folk und Rebetiko gesteckt, so setzen sich die Lieder des Nachfolge-Albums mehr aus Einflüssen verschiedener europäischer Musikstile zusammen. Die zum Teil politisch kontroversen Texte werden mit eingängigen Melodien von Laute, Klarinette, Violine und Percussion inszeniert: Musik als Therapie gegen Stumpfsinn, Bewegungsarmut, Überdruss und Ja-Sagerei. Auch sonst lassen die vier Musiker nichts aus, um ihr Publikum bei Livekonzerten aus der Lethargie zu reißen.

Gidiki kreieren eine aus vielen Quellen schöpfende, zuweilen hitzige Weltmusik, die mal vom Hang zum Folk inspiriert ist, dann wieder von modernen Vibes. So gehen in der eigenwilligen Mischung aus Gesang, Dudelsack-Einlagen und vielschichtigen Violineinschüben Tradition und Moderne nahtlos ineinander über. Mit einem vielschichtigen Repertoire verzaubern die Songs vor allem deshalb, weil sie authentisch verschiedene Klangkulturen vereinen. Dabei schrecken Gidiki auch vor gewagten Improvisationen nicht zurück, spielen sozusagen grundsätzlich „ohne Netz“. Aus verschiedenen kulturellen Kontexten picken sie sich die musikalischen Rosinen heraus und kreieren ihre ganz eigene Art der Weltmusik.

Gidiki ist es in elf Jahren Bandgeschichte gelungen, ihren ganz eigenen Ausdruck im viel beschworenen „Weltmusik“-Kosmos zu kreieren. Die vier ausgefuchsten Akustiker haben sich nicht umsonst auch über Griechenlands Grenzen eine stetig wachsende Fanbase aufgebaut.