DJ Ahmet
Nordmazedonien 2025, 99 Minuten
Regie und Drehbuch: Georgi M. Unkovski
Mit: Arif Jakup, Agush Agushev, Dora Akan Zlatanova
Start: 19. März 2026
Verleih: Neue Visionen Filmverleih
DJ Ahmet
Wenn Tradition auf Techno trifft
Nun ist’s allerdings so, dass dem strengen Herrn Vater dieser als unnütz empfundene Zeitvertreib gar nicht gefällt. Zumal sich Ahmet ja auch noch um den kleineren Bruder kümmern soll, der seit dem Tod der Mutter das Sprechen eingestellt hat. Vielleicht kann’s ja ein Heiler richten? Man lebt schließlich in einer Gesellschaft und Kultur, die seit jeher auf Traditionen setzt. Und dazu gehört auch, dass ein junges Mädchen aus Deutschland nun ins Dorf zurückgekehrt ist, um dort einen ihr versprochenen Mann zu ehelichen, ob sie will oder nicht. Die Musik bringt sie und Ahmet einander näher.
Die mit Laiendarsteller*innen besetzte Tragikomödie des in New York geborenen, dann in Nordmazedonien aufgewachsenen und zum Studium dann wieder in die USA zurückgekehrten Georgi M. Unkovski erzählt eine nette kleine Boy-meets-Girl-Geschichte im Wandel der Zeiten, in der die beiden jugendlichen Protagonisten noch auf der Suche nach ihrem Platz im Leben sind. Ahmet jedenfalls will verhindern, dass Aya, so der Name der mit einem unbändigen Freiheitswillen ausgestatteten Rückkehrerin, mit einem anderen vermählt werden soll. Mit Freundinnen übt sie moderne Tiktok-Tänze ein, die sie dann auf dem anstehenden Dorffest präsentieren will. Zu sehen, wie dort den (vor allem älteren) Dorfbewohner*innen das Gesicht erstarrt, ist einer der besten Momente von Unkovskis Langfilmdebüt.
Als der Ortsvorsteher Ahmet darum bittet, oben am Minarett Lautsprecher anzubringen, um künftig den Gebetsruf bequem und digital auszuspielen, ahnt man schon,was sich anbahnt. Lautsprecher können schließlich mehr als nur „Allahu Akbar“ von sich zu geben… Viele Szenen sind mit dem kleinen Bruder mit einem Augenzwinkern versehen, nicht zu vergessen einer weiteren mit einem pinkfarbenen Schaf. Man versteht da schnell, warum DJ Ahmet beim Sundance Filmfestival einen Special-Jury-Award erhielt und sich wiederholt bei zahlreichen weiteren Festivals zum Publikumsliebling mauserte.