Ausgabe: Dezember 2025 – Januar 2026

Nachgefragt

Was wünschst du dir für das migrantische Leben in Stuttgart 2026?

Beim Thema Migration und vor allem in Bezug auf migrationspolitische Angelegenheiten kamen gegen Ende 2025  Fragen, Ängste und auch Sorgen auf. Stuttgarter Migrantenorganisationen ließen sich jedoch nicht beirren und machten sich und ihre für die Gesellschaft zentrale Arbeit unbeirrt sichtbar. Nun hat 2026 begonnen – mit welchen Wünschen sind Vereinsmitglieder ins Neue Jahr gestartet?

Raj Deshpande
Vorstandsmitglied Verein für brasilianische Kulturen Stuttgart e. V. / Lehrer bei Arte Nacional Capoeira

„Ich wünsche mir für das migrantische Leben in Stuttgart 2026, dass Vielfalt einfach normal ist. Als Halbinder weiß ich, wie schön es ist, mit mehreren Kulturen im Herzen zu leben und daraus Neues entstehen zu lassen. In der brasilianischen Kampfkunst Capoeira spielen Herkunft, Religion oder Lebensweise keine Rolle – nur der gemeinsame Rhythmus zählt. Jeder kann sich miteinbringen, wenn wir uns im Capoeira-Spiel begegnen. Diese Haltung wünsche ich mir auch für Stuttgart: mehr Orte, an denen Menschen mit all ihrer Unterschiedlichkeit zusammenkommen – mit Respekt, Neugier und Offenheit, um gemeinsam Neues und Wertvolles für Stuttgart zu schaffen.“

 

Milyon Hagos
Vereinsgründer und -vorsitzender von Herzschlag der Jugend e. V., Popping-Artist

„Einen stärkeren Zusammenhalt, vor allem auch unter den Migrantinnen und Migranten – das wünsche ich mir für das migrantische Leben in Stuttgart 2026. Mehr finanzielle Mittel für migrantische Vereine finde ich ebenfalls ganz wichtig und damit einhergehend viel mehr kulturelle Events und Möglichkeiten, zusammenzukommen – gerne auch Events, die auch im Herbst und Winter ausgerichtet werden können. Mir liegt außerdem sehr am Herzen, dass der interkulturelle Austausch, den wir durch unsere Vereine ermöglichen, noch sichtbarer in unserer Stadt wird.“