Souleymans Geschichte
Originaltitel: L’Histoire de Souleymane Frankreich 2024
93 Minuten
Regie und Drehbuch: Boris Lojkine
Mit: Abou Sangaré, Nina Meurisse, Alpha Oumar Sow
Start: 19. Februar 2026
Verleih: Film Kino Text
Souleymans Geschichte
Hoffnungsreiches Abstrampeln
Souleyman stammt aus Guinea, er könnte aber auch aus einem anderen afrikanischen Land – aus einem Krisengebiet im Nahen Osten, Südamerikas oder Osteuropas – stammen. Die Gründe, warum Souleyman in Paris auf eine neue Existenz hofft, spielen nicht wirklich eine Rolle. Entscheidend ist, mit welchem Narrativ es ihm gelingen könnte, die Asylbehörde in Paris zu überzeugen, ihm einen Aufenthaltstitel zu verleihen. Denn ohne diesen ist Souleyman ein Illegaler in Frankreich, dürfte offiziell also nicht arbeiten.
Genau diese Situation machen sich andere zunutze. Seinen Job als Foodkurier hat Souleyman nur, weil ein anderer ihm seinen Account geliehen, besser: gegen Gebühr verkauft hat. Vom sauer verdienten Geld muss Souleyman also schon mal einen entscheidenden Teil abzwacken. Ein anderer Teil geht drauf für ein Coaching, das ihm beim Einstudieren seiner Geflüchtetenstory helfen soll. Weil der Mitte 20-Jährige Afrikaner aber eine grundehrliche Haut ist, fällt es ihm nicht leicht, sich hinter einer ausgedachten Geschichte zu verstecken.
Regisseur Boris Lojkine hat diesen im wuseligen Paris spielenden Film im Stil eines semidokumentarischen Cinéma Vérité gedreht. Mit der Kamera folgt er seinem gehetzten Protagonisten durch seinen Alltag. Und ein bisschen schaut er ihm dabei auch in die Seele, deutlich spürt man seine Angst und Unsicherheit, am Ende abgeschoben zu werden.
Bis spät in die Nacht tritt Souleyman bei seinem prekären Job in die Pedale und hofft im Anschluss auf eine ruhige und erholsame Nacht in einer Asylunterkunft vor den Toren der Stadt, sofern ihm der letzte Bus nicht vor der Nase weggefahren ist. Vor allem aber hofft er darauf, sich selbst nicht zu verlieren in diesem Leben, das ihm täglich die Grenzen seiner Existenz vor Augen führt und in dem es Rückgrat braucht, sich selbst gegenüber ehrlich zu bleiben. Nicht von ungefähr ist Darsteller Abou Sangaré für seine Rolle verschiedentlich mit Preisen ausgezeichnet worden.