Ein Kuchen für den Präsidenten
Originaltitel: Mamlaket al-qasab
Irak/USA/Katar 2025
105 Minuten
Regie und Drehbuch: Hasan Hadi
Mit: Baneen Ahmed Nayyef, Sajad Mohamad Qasem, Waheed Thabet Khreibat, Rahim AlHaj u.v.a.
Start: 5. Februar 2026
Verleih: Vuelta Germany
Ein Kuchen für den Präsidenten
Zutatensuche in Zeiten von Lebensmittelknappheit
Im Spielfilm Ein Kuchen für den Präsidenten des Irakers Hasan Hadi ist der Präsident Saddam Hussein, dem die Schülerschar vor Unterrichtsbeginn lautstark und inbrünstig schwört, ihm Blut und Seele opfern zu wollen. Das Problem für Lamia aber ist: die Lebensmittel im Irak im Jahr der Filmhandlung, 1997, sind aufgrund eines international verhängten Embargos knapp. Die Suche nach Zutaten gerät für das Mädchen, ihren gleichaltrigen Begleiter Said und einen unterm Arm transportierten Hahn zu einem Abenteuer fast schon märchenhaften Ausmaßes.
Der damalige Golfkrieg ist für die Menschen im Film allgegenwärtig. Die Bedrohung gehört zum Alltag. Sie macht die Menschen, in Verbindung mit Armut, Leid und Misstrauen aber auch aggressiv. Und selbst jenen, die Hilfsbereitschaft andeuten, ist nicht unbedingt über den Weg zu trauen. Patriarchale Strukturen tun ein Übriges. Nicht die besten Voraussetzungen für die unbeschwerte Kindheit eines Mädchens also. Groß ist der Schock deshalb für Lamia, als sie bei einer Tagesfahrt mit der Großmutter in die Hauptstadt mitbekommt, dass sie dort offenbar zu einer Pflegefamilie kommen soll, weil die Großmutter bereits spürt, wie ihr die Lebenskräfte schwinden.
Obgleich Krieg, Bedrohung und gesellschaftliche wie politische Stimmungen so deutlich spürbar sind, lockern situationskomische Szenen die Abfolge bedrückender Szenen immer wieder auf. Ein Taxifahrer steht symbolisch für jene ein, die das Herz doch noch am rechten Fleck tragen. Nicht zuletzt dieser Mischung aus Witz und Warmherzigkeit wegen hat Hasan Hadi dafür 2025 in Cannes die Goldene Kamera als bestes Spielfilmdebüt erhalten.