Jambu Singad: Zweiggezwitscher

Kunstbilderbuch.
Aus dem Englischen von Barbara Brennwald.
Baobab Verlag, 2025.
36 Seiten.
Für Kinder ab 6 Jahren und Erwachsene.

Ausgabe: Dezember 2025 – Januar 2026

Jambu Singad: Zweiggezwitscher

Bäume und Vögel bilden seit jeher eine mythische Einheit. Sie sind die Motive des indischen Künstlers Jambu Singad, der zur Community der Bhil gehört. Mit etwa 17 Millionen Menschen sind sie eine der größten indigenen Gruppen Indiens. Ihre Maltradition lebt in Singads Bildern fort.

Der Künstler arbeitet als Gärtner auf einem Museumsgelände in Bhopal. In seinen Bildern finden sich charakteristische Elemente der Bhil-Kunst: So verweisen die Punkte, die die Flächen füllen, auf die Ahnen der Bhil. Bei ihnen waren es früher vor allem Frauen, die Böden und Wände ihrer Lehmhäuser mit solchen Malereien verzierten.

Es sind einfache, bildfüllende Formen, die auch Singad verwendet, abwandelt und mit eigenem Sinn füllt. Auf jeder Seite zeigt er einen anderen Baum mit den Vögeln, die in ihm Schutz suchen und Nahrung finden. Spatzen, Rebhühner, Kuckucks – sie alle fügen sich harmonisch in die Formen der Äste und Blätter ein und erscheinen so als bewegliche und akustische Teile eines lebendigen Hauses.

Entsprechend existiert unter den Bhil heute noch der Glaube an eine beseelte Natur. In Singads Bildern vermittelt sich diese enge Beziehung.