Meklit: A Piece of Infinity

Label: Smithsonian Folkways
Vertrieb: Galileo MC

Ausgabe: Dezember 2025 – Januar 2026

Meklit: A Piece of Infinity

Sie stammt aus der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba, kam als Kind Geflüchteter mit ihren Eltern nach San Francisco und sie macht auf ihrem neuen Album A Piece of Infinity Musik, die sowohl von ihren ostafrikanischen Wurzeln als auch von ihrer Identität als Migrantin in den USA geprägt ist.

Es ist ein abgelegenes Spielfeld, das die Sängerin und Pädagogin Meklit Hadero abseits aller Trends bespielt. Dabei bezieht die Musik ihren besonderen Reiz aus diesem crosskulturell orientierten Lavieren zwischen jazzig angehauchtem Coffee-House-Pop und traditionellen äthiopischen Formen mit Gesang in den afrikanischen Sprachen Kambaata, Amharisch und Oromo. Aber so viele Bezüge es auch geben mag, Meklits musikalische Welt ist auf ihre Weise ohne Beispiel. Dazu kommt eine Stimme, die reichhaltig und facettenreich ist, die sich ins Gedächtnis einbrennt und mit ihrer Intensität fesselt.

Meklit lehnt sich seit 25 Jahren stark an ihre äthiopischen Wurzeln an und greift auch auf dem neuen Album immer wieder auf das kulturell vielfältige Erbe Afrikas zurück. Aber auch eine exzessive Energie nimmt sich in ihren neun Liedern wiederholt ganz selbstverständlich Raum und Platz. Die Stärke dieses Albums ist, dass die Tochter eines Vaters aus dem Volk der Kambaata und einer Mutter aus dem Volk der Amhara alles nebeneinanderstehen lässt. Afrobeats und melodischer Softrock stehen neben afrikanischen Rhythmen, verträumtes Harfenspiel neben feurigen Blechbläsern. Es geht um die Vermischung der Stile in Zeiten der Globalisierung, aber auch um eine wachsende Offenheit, die mittlerweile vielen äthiopischen Musikern neue Freiheiten beschert hat.

So schüttelt Meklit mit kraftvoller Stimme einen Song nach dem anderen aus dem Ärmel, von denen nicht wenige Stücke das Zeug dazu hätten, auch von hiesigen Radiosendern gespielt zu werden.