Elida Almeida

Sa, 24. Januar, 20 Uhr
Forum am Schlosspark Ludwigsburg
www.forum.ludwigsburg.de

 

Foto: Foto: © Alex Tome
Ausgabe: Dezember 2025 – Januar 2026

Elida Almeida verbindet Tradition mit globaler Klangästhetik

Schwermut und einnehmende Lebensfreude

Die kapverdische Sängerin Elida Almeida hat sich in nur zwei Jahren durch ihre Auftritte bei diversen Weltmusik-Events in Europa, Afrika und Nordamerika einen Namen gemacht und gilt bereits als neuer Stern am talentreichen Himmel des afrikanischen Musikkosmos.

Ein wenig schwermütig sind die Lieder von Elida Almeida schon. Gleichzeitig strahlen sie eine selbstverständliche und einnehmende Lebensfreude aus. Sie sind das Ergebnis einer Stilmischung, die ihre Ursprünge im Morna, dem Blues der Kapverden hat, aber auch moderne Einflüsse aus Afrobeat, Pop oder Latin enthält. Kenner handeln die 32-Jährige längst als die legitime Nachfolgerin von Cesária Évora.

Aufgewachsen ist Elida Almeida bei ihrer Mutter in einfachen Verhältnissen, in den Bergen der Insel Santiago und teilweise auf der Nachbarinsel Maio, mit wenig Stromversorgung und eingeschränkten Möglichkeiten. Noch als Teenagerin wird sie selbst Mutter und beginnt mit 17 Jahren im Kirchenchor zu singen, was ihren musikalischen Weg entscheidend prägt. Zudem arbeitete sie in einer Gemeinschafts-Radio-Station und sammelte dort Erfahrung in der Moderation. Ihr musikalischer Durchbruch begann nach etlichen lokalen Auftritten in heimischen Bars, Hafenkneipen und kleinen Festivals, als der bereits etablierte Produzent José da Silva, der auch Cesária Évora entdeckte, auf sie aufmerksam wurde.

2014 erschien ihr Debütalbum Ora Doci, Ora Margos (Süße Zeiten, bittere Zeiten), das viele autobiographische Züge trägt und für das sie 2015 den Entdeckerpreis von Radio France International erhielt. Weitere Alben folgten. Die Songs des aktuellen Albums Di Lonji (2023) sind mit ein wenig mehr Latin-Flair gekoppelt, leben aber immer noch ganz wesentlich von ihrer kraftvollen, warmen Stimme. Mit ihrem Stil, der auf den afrikanischen Tänzen Funaná, Tabanka und Batuque beruht, die unter den portugiesischen Kolonialherren lange verboten waren, feierte sie zuhause rasch Erfolge und bald schon wurde sie auch für Auftritte in Europa, Afrika und Amerika gebucht. Auch in Deutschland, etwa beim Open-Air-Musikfestival Nürnberg, beim Africa-Festival Würzburg oder beim Festival Over the Border in Bonn hat Elida Almeida erfolgreich ihre Live-Qualitäten unter Beweis gestellt und online erfreut sich ihre Musik ebenfalls größter Beliebtheit, wie die über zwölf Millionen Aufrufe ihrer Lieder bei YouTube belegen.

Ihre Musik verbindet tief verwurzelte Tradition mit globaler Klangästhetik und spricht Themen wie Identität, Liebe, Alltag, die Rolle der Frau oder Bildungs- und Lebensbedingungen und soziale Fragen an. Mit klarer und beschwörender Stimme packt Elida Almeida Gefühl und Melancholie auf beeindruckende Weise in ihre Lieder und entführt die Menschen in ein musikalisches Äquivalent zu den nächtlichen Gassen ihrer kapverdischen Heimat. Die ausdrucksstarke Stimme erzählt von Einsamkeit, Unabhängigkeit und Freiheit.

Elida Almeida steht für eine kraftvolle Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart: Die junge Sängerin und vielversprechende Newcomerin trägt die Rhythmen und Geschichten der Kapverden weiter und verleiht ihnen eine neue Stimme – jung, global, aber auch stark lokal verwurzelt. So ist die Musik von Elida Almeida sowohl Ausdruck persönlicher Biografie als auch kultureller Identität.